Die Auswirkungen des konventionellen ingenieurmässigen Wasserbaus

Besondere Sorgen bereiteten Viktor Schauberger die Methoden, nach denen unter totaler Missachtung der Naturgesetze Flüsse reguliert und Wasser behandelt werden. Das Wasser dazu zu zwingen, sich durch Kanäle mit trapezförmigen Profilen, zylindrischen Stahlröhren etc. hindurch zu bewegen , hat dieselbe Wirkung, wie einem Menschen in eine Zwangsjacke zu stecken. Es macht das Wasser aggressiv (Überwärmungseffekt auf den Sauerstoffhaushalt), nimmt ihm seinen Charakter und seine Freiheit und beraubt es all seiner Energie. Unter solchen Bedingungen kann Wasser nicht mehr gesundheitsfördernd und frei von schädlichen Keimen bleiben, sondern es wird gewalttätig und verbreitet Krankheiten.

 

In Abblidung 13.18, die einem Hydrologielehrbuch entnommen ist [1], kann man erkennen, dass das Wasser sogar noch in einem schnurgeraden Kanal, in eine schreckliche `Zwangs`-Jacke eingezwängt, danach strebt, zu tanzen und sich zu winden. Statt geradeaus durch diesen starren Kanal zu fliessen, in dem die Strömung der theoretischen Hydrologie nach eigentlich geradlinig und laminar verlaufen sollte, versucht das Wasser weiterhin, seinem natürlichen, energetischen Strömungsmuster zu folgen, um seine ursprüngliche Vitalität zurückzuerlangen.


Um dem Leser eine Vorstellung davon zu vermitteln, was die moderne Flussregulierung anrichtet, wollen wir uns einen Abschnitt des vielbesungenen Rheins näher anschauen (Abb. 13.19) [2], für dessen Rettung Viktor Schauberger, wie in Kapitel 1 dokumentiert, mit grossem Einsatz kämpfte, wenn auch ohne Erfolg. Wie bei allen natürlich fliessenden Wasserläufen bildet das hier gezeigte Mäandermuster den Weg, auf dem der Rhein sich selbst fortbewegen wollte. Auf dieser Bahn war es ihm möglich, seine Energien und seine Tragfähigkeit zu optimieren, obwohl zum Zeitpunkt der Regulierungsmassnahmen ein Grossteil der Landschaft, durch die er floss, zweifellos bereits entwaldet war – mit all jenen unvermeidlichen Konsequenzen für einen Fluss, über die schon berichtet wurde.

 

Diese natürliche Gestalt des Flusses war für die Behörden nicht annehmbar, vielleicht weil sie zu viel Platz beanspruchte und es dort sehr wahrscheinlich häufig zu Überschwemmungen kam. Man entschied, einen Kanal mit einem gleichförmigen Trapezquerschnitt über seine ganze Länge hinweg zu bauen. Mit anderen Worten: Man führte eine Konstante in ein System ein, das 


sich selbst auf natürliche Weise ständig verändert. Dadurch beschränkte man die Strömung auf einen festen Wert. Der schon fast im Sterben liegende Wasserlauf war nicht mehr fähig, seine Sedimente zu befördern. Also musste man das Flussbett nun ständig ausbaggern, um es so tief zu halten, dass man vor Überschwemmungen sicher sein konnte.

 

Die Art, wie der Rhein durch den Bau dieses trapezförmigen Kanals abgekürzt wurde, illustriert die schlimmen Entstellungen, die derartige Regulierungen verursachen. All die wundervollen Serpentinenbögen sind verschwunden. An den hier gezeigten Flussbiegungen ist nichts Natürliches mehr zu erkennen. Der in Abbildung 13.19 mit kräftigeren Linien dargestellte Trapezoidkanal mit seinen harten Kanten war von Flussbauingenieuren in der irrigen Annahme entworfen worden, die Wasserströmung würde dadurch verbessert und der Abfluss beschleunigt.

 

Der heftige Kontrast zwischen den Ausprägungen natürlich organischer und künstlich mechanischer Wasserläufe wir durch die Abbildungen 13.20a und 13.20b [3] noch augenfälliger. In der ersten kann man deutlich die Veränderlichkeit der Laufbreite, die Krümmungsverläufe und –radien sowie die Verzweigung in mehrere Läufe erkennen. All das ist ganz und gar die Folge der natürlichen Wasserströmungen in der gegebenen Situation. In Abbildung 13.20b hingegen gibt es überhaupt keine Veränderungen in der Breite. Alle geraden Abschnitte sind wie mit dem Lineal gezogen, und alle Krümmungen weisen denselben Radius auf. Die gesamte Anordnung wirkt sehr steril, unnatürlich und leblos, und sie befördert höchstwahrscheinlich kein vitales, gesundes Wasser an seinen Bestimmungsort. Die Planung dieses baum- und schattenlosen Bewässerungskanals zeigt auch ganz eindeutig, wie wenig Ahnung seine Schöpfer von der Tatsache hatten, dass Wasser eine lebende Substanz ist. Ihnen ging es ausschliesslich um die Beförderung einer ihrer Meinung nach trägen Flüssigkeit.

 

Auszug aus dem Buch «Naturenergien verstehen und nutzen – Viktor Schaubergers geniale Entdeckungen» von Callum Coats.

 

 

Anmerkungen

 

[1] Abbildungen 5/2.14a und 5/2.14b aus Principles of River Engineering (Grundlagen des Ingenieur-Flusbaus), von P.Ph, Jansen et al., Harlow, England.
[2] ebd., Abb. 5/2.17
[3] Fotos von Peter Essick, c/o Aurora & Quanta Productions, USA.

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